31.07.2010  
 
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Denk mal!
Konkurrenz belebt das Geschaeft
Der Trainer
Perfektion in der Praxis
Fazit

Der Trainer

So gewinnt man Mühle ist das Standardwerk zu Strategie und Taktik. 150 Stunden Arbeit hat es gekostet, aus dem Buch ein Java-Applet mit nachspielbaren Partien zu machen. (54 KByte)
So gewinnt man Mühle ist das Standardwerk zu Strategie und Taktik. 150 Stunden Arbeit hat es gekostet, aus dem Buch ein Java-Applet mit nachspielbaren Partien zu machen. (54 KByte)
Unter Mühlespielern genießt ein Buch Kultstatus: Das 1984 erschienene "So gewinnt man Mühle" der Schweizer Großmeister Schürmann und Nüscheler. Seit einiger Zeit ist es als PDF-Datei im Internet verfügbar. Der Hannoveraner Hubert Baumgarten hat mehr als 150 Stunden investiert und aus dem PDF ein Java-Applet gemacht. Der Vorteil: Man kann die zahlreichen Partien und Lehrbeispiele direkt auf dem Bildschirm nachspielen! Außerdem hat Baumgarten viele Fehler beseitigt, die sich im Buch und auch in der PDF-Datei versteckten. "In der PDF-Datei waren Fehler, die ich teilweise mithilfe speziell entwickelter Prüfprogramme (Ziehe ich auf ein leeres Feld? Ist der Stein, den ich nehme, wirklich vom Gegner? usw.) aufgedeckt habe. All diese Fehler habe ich beseitigt. Dazu war detektivisches Mühle-Fachwissen erforderlich. Die Qualität des von mir veröffentlichen Applets ist deutlich höher als die des Buches bzw. der PDF-Datei!", sagte Baumgarten gegenüber CSS. Im Anhang enthält Baumgartens Version des Buches noch einige Partien des Buchautors und Großmeisters Manfred Nüscheler gegen die allwissende Datenbank "Mr. Data".

Das Buch selbst bietet einen alle Bereiche abdeckenden Kurs, von den Grundregeln, der Geschichte des Spiels und einfacher Taktik für Anfänger über die Notation, Eröffnungs-, Mittel- und Endspielstrategie bis hin zu Turnierregeln, Streitfragen zum Regelwerk, Turniertabellen und Mühle-Varianten.

Das Buch zeigt dem gierigen Anfänger, dass es ein Nachteil ist, als Anziehender schnell auf eine Mühle zu spielen (der Anziehende kann zwingend eine Mühle bauen und einen gegnerischen Stein rauben, verliert dann aber die Partie!). Auch erklären die Autoren eingängig, dass der Vorteil, das Spiel beginnen zu dürfen, mehr als kompensiert wird durch den Vorteil, den letzten Stein setzen zu können – dass im Mühlespiel also der Anziehende im Nachteil ist; nicht so sehr allerdings, dass er das Spiel zwangsläufig verliert. Mittlerweile haben zwei Programmierer Mühle komplett berechnet und diese Einschätzung bestätigt.

Viel Platz wird dem schwierigen Endspiel mit drei gegen vier Steine gewidmet: Der Spieler mit drei Steinen darf bereits springen und hat meist großen Vorteil, aber wann ist es günstig für ihn, dem Gegner einen Stein zu rauben und damit ebenfalls das Springen zu ermöglichen? Auch das Spiel mit drei gegen drei Steine untersuchen die Autoren ausführlich in einem eigenen Kapitel.

Wer dieses Buch durchgearbeitet hat, wird mühelos jeden Kinderzimmer-Champion vom Brett fegen. Es enthält sehr viele kommentierte Partien, die dem interessierten Einsteiger schnell demonstrieren, wie schwierig dieses als Kinderspiel verschrieene Mühle in Wahrheit ist. Dank Hubert Baumgartens Java-Applet ist es so einfach wie nie zuvor, ein guter Mühle-Spieler zu werden. Dennoch sei ein kleiner Nachteil des Applets nicht verschwiegen: Man kann nur vor- und zurückblättern, auf ein Inhaltsverzeichnis hat der Autor leider verzichtet. Es ist also anzuraten, parallel mit dem PDF und dem Applet zu arbeiten oder die alternativ angebotene Html-Version zu benutzen. Jede der 1338 Html-Seiten kann man im Browser mit der Seitennummer direkt aufrufen.



 
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